Ein Hotel am Stilfserjoch mit historischem Charakter


Öffnung des Berghotel Franzenshöhe am 25/05/2018!
Wir freuen uns, Karin & das Franzenshöhe Team

Die Geschichte der Franzenshöhe am Stilfserjoch


Die Geschichte des Berghotel Franzenshöhe am Stilfserjoch hängt unmissverständlich mit der Geschichte der Stilfserjoch Straße zusammen. Die Stilfserjoch Straße wird von 1820-1825 unter der Leitung von Carlo Donegani erbaut. Damals ist der Platz auf dem die Franzenshöhe steht, als das „Bödele“ bekannt und dient der Baufirma Del Bosco als Lagerplatz für das Holz. Während des Baus der Stilfserjochstraße wird auf dem „Bödele“, unterhalb der heutigen Franzenshöhe, die Glurnser Alm errichtet. Auf Südtiroler Seite gibt es außerdem auf den „Wendeln“, kurz unterhalb der Passhöhe, ein Posthaus und oberhalb der Weißen Knott ein Posthaus „die Cantoniera del Bosco“.

Auf dem „Bödele“ plant der Ingenieur Donegani eine große Marschkaserne. Doch es kommt ganz anders. 1825, im Jahr der Fertigstellung der Stilfserjoch Straße, wird das Posthaus auf den „Wendeln“ von einer Lawine zerstört und der Bedarf nach einer weiteren Poststelle und einem Unterkunftshaus ist groß. Ein neuer Plan wird 1828 genehmigt und bereits zwei Jahre später steht das neue Gebäude dort, wo heute die Franzenshöhe steht. Ab 1831 ist die Poststation am „Bödele“ eingerichtet. Ein Jahr später macht Kaiser Franz I Halt am „Bödele“ um die grandiose Stilfserjoch Straße zu begutachten. Die Poststation und das Bödele erhalten daraufhin „die auszeichnende Benennung Franzenshöhe“.


 

Raue Zeiten, Kriege und Lawinen auf der Franzenshöhe

Erstmals zerstört wurde die Franzenshöhe im Jahre 1848, während der österreichischen Revolution und der italienischen Risorgimentokriegen. Die Rotter, so wurden damals die Straßenarbeiter genannt, legten sämtliche Galerien der Stilfserjochstraße und die Franzenshöhe in Brand. Einige Jahre später, als sich die Lage beruhigt hatte, wurde die Franzenshöhe behelfsmäßig wieder hergerichtet.

Giovanni Donegani, der Sohn des Ingenieurs Carlo Donegani, war der Meinung der Platz auf dem die Franzenshöhe steht, liege fernab von jeglicher Lawinengefahr. Allerdings forderte bereits 1837 ein Lawinenabgang vor der Franzenshöhe zwei Tote. Johann Ortler, der 23-jährige Postmeister der Franzenshöhe und Peter Casnati, Sohn des Straßenwärters, wollten den Postdienst verrichten als sie vor ihrem Ziel von einer Lawine mitgerissen wurden.

1888 und 1898 wurde die Franzenshöhe von Lawinen schwer beschädigt. Die letzte Lawine traf die Franzenshöhe 1975. An diese Lawine kann sich Karin noch gut erinnern: Die Familie verbrachte den Abend in Sulden, als ein Anruf von Arthur Gfrei kam. Er war am Joch und sah, dass die Franzenshöhe von einer Lawine getroffen worden war. Gleich am nächsten Tag begutachtete Johann den großen Schaden: Die Hälfte des Dachgeschosses und des ersten Stockes auf der rechten Seite des Hauses waren eingedrückt. In der folgenden Sommersaison wurde der Gastbetrieb aufrechterhalten und gleichzeitig das Hotel am Stilfserjoch umgebaut. Die Zimmeranzahl wurde erweitert, ein kleines Hallenbad und der Tennisplatz errichtet.

Im ersten Weltkrieg wurde die Franzenshöhe durch ihre geschützte Lage im Talkessel, Dreh- und Angelpunkt der höchsten Gebirgsfront, der Ortlerfront. Die Stilfserjoch Straße war teilweise zerstört, daher wurden Transportseilbahnen gebaut um die Versorgung der Soldaten sicher zu stellen: eine von den Hl. Drei Brunnen zur Franzenshöhe, eine weitere von der Franzenshöhe auf die Dreisprachenspitze, eine auf den Livrio und eine vierte zu den Stellungen am Goldsee. Die Franzenshöhe war somit die zentrale Versorgungsstation. Der heutige Speisesaal diente als Krankenstation und auf dem Tennisplatz befand sich die Militärküche. Bis zum Ende des Krieges gelang es den Italienern nicht, die Franzenshöhe einzunehmen. Heute noch findet sich Munition hinter der Franzenshöhe in Richtung Madatschgletscher.

Der Beginn einer Ära - Familie Wallnöfer auf der Franzenshöhe


Johann Josef Wallnöfer, Karins Ur-Urgroßvater, richtet 1871 die Franzenshöhe so ein, dass Gäste bewirtet werden können. Nach seinem Tod schließt 1881 seine Frau Amalia Wallnöfer, Postmeisterin aus Prad und Mutter von 5 Kindern, einen 10-jährigen Pachtvertrag mit dem k.k. Straßenärar für die Franzenshöhe ab. Als engagierte Wirtin führt sie das Berghotel. Die Saisonen laufen gut und es kommen immer mehr Gäste aufs Stilfserjoch, sodass weitere Zimmer gebraucht werden.

Ambros Rungg, der Vormund von Amalias Kindern, lässt 1886 – dort wo die heutige Cantoniera steht – ein Gebäude mit Stall errichten. Besitzer wird Amalias Sohn Alois Georg Wallnöfer. Er führt das Unterkunftshaus bis 1890 die Südseite abbrennt. Da der Schaden von 5.000 Gulden nicht bezahlt werden kann, muss Alois Konkurs anmelden. Sein Bruder und Wirt zur Alten Post in Prad, Johann Josef Wallnöfer, ersteigert das Grundstück samt Gebäude und erbaut das Hotel Wallnöfer.

1898 will der k.k. Straßenärar Amalia den Pachtvertrag nicht mehr erneuern. Die Alpen Hotel Gesellschaft hat großes Interesse an der Franzenshöhe. Somit wird die Franzenshöhe für 15 Jahre an Josef Peer, Besitzer des Hotels Post in Neuspondinig, verpachtet. Als im Dezember 1901 dann auch Johann Josef Wallnöfer sein Hotel auf der Franzenshöhe für 60.000 Kronen an den Ärar verkauft, endet die Geschichte der Wallnöfer auf der Franzenshöhe vorerst.

Doch bereits um 1936 erwirbt Karl Wallnöfer, Karins Großvater, die Franzenshöhe, so erzählt es Karins Vater Johann Wallnöfer. Karl führt die Franzenshöhe erfolgreich mit seiner Frau Frieda bis in die 50er Jahre und nach deren Tod mit seiner Lebensgefährtin bis zu seinem Lebensende im Jahr 1970. Zwei Jahre später übernimmt Karins Vater die Franzenshöhe. Seit diesem Jahr verbringt Karin jeden Sommer am Stilfserjoch.

Mit nur 20 Jahren schließt Karin einen offiziellen Pachtvertrag für die Franzenshöhe mit ihrem Vater Johann ab und leitet die Geschicke der Franzenshöhe selbst. Einige Jahre später geht Karin in die USA und verpachtet die Franzenshöhe weiter: an die Familie de Chiusole, an Luca Edi und an die Familie Kuntner. Als 2000 der Pachtvertrag ausläuft, kehrt Karin aus den USA zurück und führt die Franzenshöhe wiederum selbst. 2004 wird das Berghotel als Karins Erbe auf sie überschrieben.